Wir besprechen hier gerade einen Abschluss, — säuselte die Schwägerin süßlich und versperrte mit ihrem Körper den Eingang zur Wohnung.
— Welchen Abschluss? — Nastja spürte, wie ihr der Boden unter den Füßen wegsackte.
— Was machst du in meiner Wohnung?
Woher hast du die Schlüssel?
Langsam kam Denis aus der Küche.
Als er seine Frau sah, zuckte er zusammen und begann, den Blick zu senken, während er sich mechanisch den Hemdkragen richtete.
— Nastja, nur bitte keine Hysterie, — begann ihr Mann und versuchte, leise zu sprechen.
— Wir verkaufen diese Wohnung.
Wir haben einen sehr guten Käufer gefunden, und er ist bereit, noch heute bar zu zahlen.
— Ihr verkauft sie?! — Nastja drängte Lena kräftig von der Tür weg und trat ein.
— Mit welchem Recht?!
Die Wohnung ist auf mich eingetragen!
Lena grinste erfreut, zog aus ihrer Handtasche einen dicken weißen Umschlag und drückte ihn Nastja frech in die Hand.
— Hier.
Da sind dreißigtausend Rubel drin.
Das ist der Dank unserer Familie für dein Verständnis.
Die Anzahlung vom Käufer haben wir schon bekommen.
Hier ist der Kaufvertrag, hier deine Unterschrift.
Alles ganz legal.
Nastja wurde eiskalt.
Sie schlug das Dokument auf und sah sofort: Die Unterschrift sah ihrer ähnlich, war aber eindeutig gefälscht.
Zu gleichmäßig, ohne die typischen Schwünge.
In ihrem Kopf fügte sich augenblicklich das ganze Bild zusammen: die zwei Tage lang verschwundenen Schlüssel, Denis’ plötzliche Ruhe in letzter Zeit, sein befreundeter Makler, der für eine Provision immer für zweifelhafte Machenschaften zu haben war.
— Du hast eine Kopie meiner Schlüssel gemacht, — ihre Stimme vibrierte vor Wut.
Sie sah ihren Mann direkt an, als würde sie ihn zum ersten Mal in ihrem Leben sehen.
— Und du hast meine Unterschrift auf den Dokumenten gefälscht.
Du bist für deine freche Schwester auf eine Straftat gegangen.
— Beweis es doch! — grinste Lena dreist und fühlte sich unantastbar.
— Die Unterschrift ist deine, die Dokumente sind in Ordnung.
Der Käufer hat alles überprüft.
Also nimm deine paar Kröten und geh nach Hause, Abendessen kochen.
Denis hat alles richtig gemacht.
Die echte Familie muss man unterstützen und nicht wie eine Glucke auf Truhen sitzen.
Denis schwieg und starrte auf den Boden.
Er versuchte nicht einmal, seine Frau zu verteidigen.
Nastja fing nicht an zu weinen.