„Wie passend, dass du dieses Erbe gerade jetzt bekommen hast!“, rieb sich Denis erfreut die Hände, kaum dass Nastja nach einem schweren Tag die Wohnungsschwelle überschritten hatte.

Sie schrie nicht durchs ganze Treppenhaus und stürzte sich auch nicht mit Fäusten auf diese Leute.

Langsam, direkt vor ihren Augen, riss sie den Umschlag entzwei und warf die Geldscheine auf den Boden.

Dann zog sie ihr Handy aus der Tasche und wählte entschlossen eine Nummer.

— Polizei?

Ich möchte einen Betrug in besonders großem Umfang melden, Urkundenfälschung und widerrechtliches Eindringen in Wohnraum.

Ja, die Täter befinden sich gerade jetzt an meiner Adresse.

Ich diktiere die Anschrift …

Lena veränderte sich schlagartig im Gesicht.

Ihr freches Lächeln verschwand.

Sie stürzte auf Nastja zu und versuchte, ihr das Handy aus der Hand zu reißen.

— Was tust du da, Verrückte?!

Willst du deinen eigenen Mann hinter Gitter bringen?!

— Nein, Lena, — Nastja trat einen Schritt zurück und sah sie mit eisiger Verachtung an.

— Ich will euch beide hinter Gitter bringen.

Und euren Maklerfreund, der die gefälschten Papiere erstellt hat.

Der Mann im Anzug begriff, dass er in eine kriminelle Geschichte geraten war, sammelte rasch seine Unterlagen ein und rannte aus der Wohnung, während er im Hinausgehen erklärte, der Verkauf sei abgesagt und die Anzahlung werde zurückgegeben.

Denis hob endlich den Kopf.

In seinen Augen stand unverhüllter Schrecken.

— Nastja, ich flehe dich an, nimm den Anruf zurück …

Man wird mich aus der Arbeit werfen, man kann mich ins Gefängnis stecken …

Lenka hat mich dazu überredet!

Sie sagte, du würdest dich schon fügen!

— Wartet auf die Polizei, Denis.

Und mach dich darauf gefasst, den Ermittlern zu erklären, wie du meine Unterschrift gefälscht hast, — Nastja trat in den Flur hinaus und setzte damit den Schlusspunkt unter ihre Beziehung.

— Ihr wolltet mir das Wertvollste stehlen.

Jetzt werdet ihr dafür geradestehen.

Mit euren eigenen Händen.