Sie soll mal Böden schrubben gehen, soll lernen, was es heißt, sich den Rücken zu brechen, dann nehme ich vielleicht auch einen Kopeken von ihr!
Aber so — brauche ich eure Gnade nicht!
Nehmt eure Fenster zurück!
Reißt mir die Zähne wieder heraus, wenn ihr so geizig seid!
Sie hastete durch die kleine Küche, stieß mit den Hüften an die Tischecken, griff sich ans Herz, aber das war kein Schmerz, sondern Wut.
— Parasitin! — zischte sie.
— Sie hat sich ans Internet gehängt und saugt Geld aus der Luft, während normale Leute sich den Rücken krumm machen!
Und dich, Dummkopf, hat sie auch verdorben!
Du warst einmal ein Mann, und jetzt bist du ein Gigolo!
Du lebst auf Kosten einer Frau und freust dich noch darüber!
Pfui über euch!
Alexej sah diesem Einpersonenstück zu und verstand, dass das das Ende war.
Es hatte keinen Sinn mehr, etwas über Wirtschaft, Arbeitsmarkt oder die Tatsache zu erklären, dass sich die Welt verändert hatte.
Vor ihm stand ein Mensch, für den Leiden die einzige Währung war und fremder Erfolg eine persönliche Beleidigung.
Galina Petrowna wäre bereit gewesen, im Dunkeln Zwieback zu nagen, nur um nicht zugeben zu müssen, dass die „Computerpuppe“ erfolgreicher und klüger war als sie selbst.
— Gut, Mama, — Alexej stand langsam auf.
— Ich habe dich verstanden.
— Was hast du verstanden? — sie blieb abrupt stehen und atmete schwer.
— Dass deine Frau faul ist?
Dass ihr Geld Staub ist?
Wenn sie mit den Händen arbeiten geht, wenn sie mit Eimern und einem Lappen zu mir kommt, dann reden wir vielleicht über Respekt!
Aber solange sie da auf Tasten drückt — soll sie keinen Fuß in mein Haus setzen!
Und mit ihrem Geld komm mir nicht!
— Abgemacht, — nickte Alexej.
Er begann nicht zu streiten.
Er begriff einfach, dass der Kassenbericht abgeschlossen war.
Der Saldo stimmte nicht.
Und nun musste die letzte Transaktion durchgeführt werden — die vollständige Nullstellung aller Konten.
Alexej trank den Tee nicht aus.
Die Tasse mit dem erkalteten, schwarzen Getränk, dunkel wie Teer, blieb auf dem Tisch stehen wie ein Denkmal ihrer zerstörten Beziehung.
Er sah seine Mutter an, die nach ihrem Wutanfall immer noch schwer atmete, und fühlte eine seltsame Leere.
In ihm war etwas gerissen.
Als wäre eine Sicherung durchgebrannt, die ihn jahrelang gezwungen hatte, zu ertragen, die Ecken zu glätten und Entschuldigungen für ihre Giftigkeit zu finden.
— Ich habe dich verstanden, Mama, — wiederholte er, und seine Stimme klang erschreckend ruhig, ohne den geringsten Hauch kindlicher Wärme.
Es war die Stimme eines fremden Menschen.
— Du hast recht.
Man darf kein Geld von denen annehmen, die man verachtet.
Das ist wirklich unehrlich.
Deshalb beenden wir diesen Zirkus ab heute.
Galina Petrowna, die erwartet hatte, dass der Sohn sich jetzt rechtfertigen oder sie wieder überreden würde, Hilfe anzunehmen, erstarrte.
Sie zupfte nervös am Rand der Tischdecke und spürte, wie ihr ein kalter Schauer über den Rücken lief.
— Was für ein Zirkus? — fragte sie misstrauisch und sah Alexej von unten her an.
— Der finanzielle, — Alexej begann aufzuzählen, dabei bog er die Finger um, methodisch und erbarmungslos.
— Du hast gesagt, dass Iras Geld schmutzig ist.
Gut.
Ich respektiere deine Prinzipien.
Ab morgen kündige ich den Dauerauftrag für deine Wohnung.
Du hast eine Rente, also teile sie dir selbst ein.
Das Internet lasse ich auch abschalten — du sagst doch selbst, dass dort nur Böses und Verderbnis ist.
Wozu brauchst du diesen Hort der Sünde im Haus?
Du wirst fernsehen, dort sagen sie ja alles richtig.
— Du… willst du mir Angst machen? — Galina Petrowna versuchte zu lächeln, aber das Lächeln geriet schief und erbärmlich.
— Du machst deiner eigenen Mutter mit einem Stück Brot Angst?
— Nein, Mama.
Ich erfülle deinen Willen, — Alexej blieb unerbittlich.
— Die Medikamente.
Die teuren französischen.
Wenn sie mit dem Geld einer „Nichtsnutzigen“ gekauft wurden, dann helfen sie dir nicht.
Kauf unsere, billige, von denen du Sodbrennen bekommst.
Aber dafür ehrliche.