Und die Lebensmittellieferung werde ich auch abbestellen.
Du gehst doch so gern einkaufen, stehst in Schlangen und fühlst die Kartoffeln mit den Händen.
Dann geh.
Bei jedem Wetter.
Das ist doch echte Arbeit, gut für die Gesundheit.
— Wie kannst du es wagen! — kreischte sie und sprang vom Stuhl auf.
— Schau ihn dir an!
Ein Ungeheuer!
Hat sie dir das beigebracht?
Hat diese Schlange dir den Text vorgeschrieben?
Du kannst doch selbst nichts, du bist doch ein Lappen!
— Diese „Schlange“ hat fünf Jahre lang versucht, dir zu gefallen, — unterbrach Alexej sie eisig und erhob sich ebenfalls zu voller Größe.
Er beugte sich über den Tisch und sah von oben auf seine Mutter hinab.
— Sie hat Geschenke für dich ausgesucht, Ärzte gesucht, sich Sorgen gemacht, als du krank warst.
Und du?
Du hast nur Gift gespuckt.
Dir kann man es nicht recht machen, Mama.
Du brauchst keine Hilfe, du brauchst ein Opfer.
Du willst, dass wir schlecht leben, dass wir leiden wie du.
Aber das wird nicht passieren.
Galina Petrowna rang nach Luft vor Wut.
Ihr Gesicht war von purpurroten Flecken übersät, ihre Hände zitterten.
Sie begriff, dass sie die Kontrolle verlor, die Macht verlor, die sie über Jahre so sorgfältig gepflegt hatte.
Und aus Hilflosigkeit entschied sie sich, auf die schmerzhafteste Stelle zu schlagen, auf das, was seiner Meinung nach seine Sicherheit zerstören müsste.
— Dann verschwindet doch! — schrie sie und sprühte dabei Speichel.
— Lebt von eurem gestohlenen Geld!
Aber Glück werdet ihr nicht haben!
Nicht haben!
Gott sieht alles!
Und normale Kinder werdet ihr von so einer Mutter nicht bekommen!
Sie wird dir irgendetwas mit zwei Köpfen gebären oder sich überhaupt als unfruchtbar erweisen!
Von einer Espe wachsen keine Orangen!
Es wird genauso ein faules Miststück heranwachsen!
Alexej wurde blass.
Seine Fäuste ballten sich so fest, dass die Knöchel weiß wurden.
Für eine Sekunde hing eine klingende Stille im Raum, in der man nur Galina Petrownas heiseres Atmen hörte.
— Über Kinder, — sagte Alexej leise, fast flüsternd, und gerade dieses Flüstern machte der Mutter wirklich Angst.
— Wir erwarten ein Kind.
Ira ist im dritten Monat.
Wir wollten es dir heute sagen.
Einen Kuchen kaufen und feiern.
Galina Petrowna öffnete den Mund, aber sie schaffte es nicht, etwas zu sagen.
Alexej fuhr fort und hieb jedes Wort wie ein Henker mit dem Beil nieder:
— Aber jetzt sehe ich, dass du das nicht brauchst.
Du hast recht, als Großmutter taugst du überhaupt nicht.
Was willst du einem Kind beibringen?
Hass?
Neid?