Sie mochte Gespräche über Finanzen nicht, es sei denn, es ging darum, wie alles teurer geworden war.
— Was gibt es da zu rechnen? — brummte sie und rückte das verrutschte Schultertuch auf der Brust zurecht.
— Die Rente ist lächerlich.
Die Nebenkosten steigen wie auf Hefe.
Wenn du mir nicht helfen würdest, wäre ich längst am Bettelstab.
Dafür danke, ich habe einen Sohn großgezogen, der seine Mutter nicht im Stich lässt.
— Genau, — nickte Alexej.
— Hilfe.
Erinnern wir uns an den letzten Monat.
Du wolltest eine neue Brille.
Ein gutes Gestell, japanische Gläser, weil dir von billigen der Kopf weh tut.
Fünfzehntausend Rubel.
Erinnerst du dich?
— Natürlich erinnere ich mich, — runzelte die Mutter die Stirn.
— Es geht schließlich um die Gesundheit.
Augen sind keine Staatssache.
— Richtig.
Und davor — der Zahnarzt.
Zwei Implantate, weil dir die Prothese weh getan hat.
Achtzigtausend.
Und davor — Kunststofffenster in der ganzen Wohnung, Dreifachverglasung, „Rehau“, damit es nicht zieht und der Straßenlärm dich nicht stört.
Fast hunderttausend mit Einbau und Laibungen.
Und jeden Monat — eine Tüte Medikamente gegen Bluthochdruck, für die Gefäße, für die Gelenke.
Französische, keine Generika, weil du von unseren, wie du sagst, Sodbrennen bekommst.
Das sind noch einmal sieben bis zehntausend jeden Monat.
Dazu die Nebenkosten für deine Dreizimmerwohnung, die ich komplett bezahle.
Galina Petrowna presste die Lippen zusammen, spürte einen Haken, verstand aber noch nicht, aus welcher Richtung der Schlag kommen würde.
— Machst du mir jetzt Vorwürfe oder was? — in ihrer Stimme klangen beleidigte Töne auf.
— Hältst du mir ein Stück Brot vor?
Ich habe dich großgezogen und mir alles verkniffen…
— Ich mache dir keine Vorwürfe, ich stelle Fakten fest, — unterbrach Alexej sie hart und ließ nicht zu, dass sie wieder in ihre gewohnte Hysterie abrutschte.
— Ich möchte nur, dass du die Mathematik verstehst.
Mein Gehalt als Ingenieur beträgt sechzigtausend Rubel.
Die Hypothek für unsere Wohnung beträgt fünfundvierzigtausend.
Zum Leben bleiben mir fünfzehntausend.
Er machte eine Pause und ließ die Zahlen in der stickigen Luft der Küche hängen.
Galina Petrowna blinzelte und versuchte, Soll und Haben zusammenzubringen, doch ihr Gesicht drückte nur Unverständnis aus.
— Na und? — fragte sie.
— Dann schränkst du dich eben irgendwo ein.
Du bist doch ein Mann.
— Mama, du hörst nicht zu, — Alexej beugte sich vor und sah ihr direkt in die Augen.
— Fünfzehntausend.
Das reicht kaum für Benzin und ein paar Einkäufe.
Woher, glaubst du, kommt das Geld für deine Fenster, für deine Zähne, für deine teuren Tabletten und für diesen Fisch, den du gerade so verächtlich auf den Tisch geworfen hast?
Galina Petrowna erstarrte.
In ihren Augen blitzte etwas auf, das Angst ähnelte und sofort in dumpfe Abwehr umschlug.
Sie begann zu ahnen, worauf er hinauswollte, aber ihr Verstand wehrte sich verzweifelt gegen diese Information.
— Du willst sagen… — begann sie, und ihre Stimme zitterte.
— Ich will sagen, dass jeden Rubel, der in den letzten drei Jahren für deinen Komfort ausgegeben wurde, Ira verdient hat, — sagte Alexej und hämmerte jedes Wort ein.
— Eben dieses „leichte“ Geld aus dem Computer.
Eben diese „Faulheit“ und dieses „Tastenklappern“.
Ira hat deine Fenster bezahlt, damit es bei dir nicht zieht.
Ira überweist mir das Geld für deine Medikamente.
Ira hat darauf bestanden, dass wir dir die Zähne machen lassen, weil „Mama bequem kauen können muss“.
Mein Gehalt reicht nicht einmal für die volle Hypothek und das Essen, Mama.
Wir leben vom Geld meiner Frau.
Die Stille, die über der Küche hing, war dicht wie Watte.
Man hörte nur den alten Kühlschrank „Saratoff“ in der Ecke summen.
Galina Petrowna saß regungslos da, und rote Flecken breiteten sich auf ihrem Gesicht aus.
Sie sah ihren Sohn an, als hätte er gerade einen Mord gestanden.
— Du lügst, — hauchte sie schließlich.