Der Kuchen war normal, frisch, aber unter dem scharfen, schweren Blick der Mutter erschien er wie ein Stück trockener Lehm, das man unmöglich schlucken konnte.
— Mama, Ira hat keine langen Nägel, es ist unbequem für sie zu tippen, — entgegnete er ruhig und nahm einen Schluck Tee.
Der Tee war stark, fast wie Tschifir, so wie es seine Mutter mochte — damit das Herz raste.
— Unbequem zu tippen… — äffte Galina Petrowna ihn nach, setzte sich ihm gegenüber und verschränkte die Arme vor der Brust.
— Hör dir mal selbst zu, Leschka.
Bist du ein Mann oder was?
„Tippen.“
Meine Nachbarin Walka aus dem dritten Stock — das ist eine richtige Frau.
Morgens schrubbt sie in der Schule die Böden, dann rennt sie noch in unserem Haus putzen, und abends springt sie auch noch an der Kasse in der „Pjatjorotschka“ ein.
Ihre Hände sind wie Schmirgelpapier, die Adern gespannt, ihr Gesicht sieht man vor Erschöpfung kaum noch.
Aber sie geht nach Hause — die Taschen voll, alles selbst verdient, sie schleppt ihren behinderten Mann mit durch und sagt kein einziges böses Wort.
Das nenne ich einen arbeitenden Menschen.
Und deine?
Galina Petrowna beugte sich vor, und ihr Gesicht verzog sich zu einer Grimasse widerwärtigen Mitleids.
— Schau dich doch an, mein Sohn.
Du bist ja schon durchsichtig geworden.
Das Hemd hängt an dir, der Kragen ist ausgewaschen, alles irgendwie grau.
Und die Hose, schau mal, an den Knien ausgeleiert.
Ist das die Art, wie eine Frau für ihren Mann sorgt?
Wenn sie zu Hause sitzt, dann müssten die Bügelfalten in deiner Hose so scharf sein, dass man sich daran schneiden könnte!
Und du läufst herum wie ein Waisenkind.
Es ist peinlich, den Leuten in die Augen zu sehen.
Man fragt mich schon: „Gal, ist bei deinem Leschka alles in Ordnung?
Ist er vielleicht krank?“
Und was soll ich sagen?
Dass seine Frau ein Schmarotzer ist?
Alexej stellte die Tasse laut auf die Untertasse.
Das Klirren des Porzellans klang wie ein Schuss in der Stille der Küche.
— Es reicht, — sagte er fest.
— Ich sehe normal aus.
Ich arbeite viel, ich bin müde, ja.
Aber Ira hat damit nichts zu tun.
Sie arbeitet auch.
Und nur weil sie keine Zementsäcke schleppt und keinen schmutzigen Lappen durch das Treppenhaus zieht, ist ihre Arbeit nicht weniger wichtig.
Sie ist Designerin, Mama.
Sie macht Layouts für große Firmen.
Das ist geistige Arbeit.
Abends sind ihre Augen vom Monitor rot, und ihr Rücken tut ihr nicht weniger weh als deiner.
Galina Petrowna lachte.