Hast du diese Chefs von ihr überhaupt schon einmal gesehen?
Vielleicht arbeitet sie dort gar nicht, sondern schreibt in Chats mit Männern herum?
Woher willst du das wissen?
Sie ist doch zu Hause, niemand kontrolliert sie.
Sie sollte in einen Laden gehen und als Kassiererin arbeiten — da ist alles sichtbar, ein Kollektiv, Verantwortung.
Und hier…
nur Dunkelheit.
Sie drehte sich zu Alexej um und stemmte die Hände in die Hüften.
Ihr ausgewaschener Morgenmantel mit kleinen Blümchen spannte sich über ihrer massigen Figur.
— Du pass mal auf, mein Sohn.
Verteidige sie nicht.
Schau lieber genau hin.
Du kommst nach Hause, und sie sagt bestimmt, dass sie müde ist.
Dass ihr der Rücken vom Sitzen weh tut?
Lächerlich!
Wovon soll man da müde werden?
Davon, dass man die Maus bewegt?
Das ist eine Laune, Lescha.
Weibische Laune und Faulheit.
Für sie ist es einfach bequem, auf deinem Hals zu sitzen.
Und du, Dummkopf, strengst dich noch gern für sie an.
Schau, du hast Lebensmittel für eine halbe Rente gekauft.
Glaubst du, sie wird dir dafür danken?
Sie wird das als selbstverständlich ansehen.
Alexej presste die Kiefer so fest zusammen, dass seine Wangenmuskeln zuckten.
Er sah auf das Glas löslichen Kaffees auf dem Regal, auf die alte Zuckerdose mit abgesplittertem Rand, auf die Uhr in Form eines Tellers, die laut tickte und die Sekunden seiner Geduld herunterzählte.
Er wollte aufstehen und sofort gehen, aber er wusste, dass er das nicht konnte.
In der Tüte lagen noch Medikamente, die er sortieren und deren Einnahmeschema er erklären musste.
Und die Rechnungen für die Wohnung, die er gestern online bezahlt hatte.
— Lass uns Tee trinken, Mama, — sagte er dumpf und wechselte das Thema.
— Ich habe Kuchen gekauft.
Mit Kirschen.
— Mit Kirschen…
Bestimmt aus dem Laden? — reagierte Galina Petrowna sofort, doch ihr Ton wurde etwas weicher und ging von Aggression zu gewohnter Nörgelei über.
— Mit eigenen Händen backen — das ist wohl heute schon eine Heldentat.
Na gut, setz den Wasserkocher auf.
Aber nimm deine Tassen, die mit den Absplitterungen, die Gästetassen hebe ich mir für Menschen auf.
Dieser Satz schnitt ins Gehör.
„Für Menschen.“
Der Sohn und seine Frau gehörten offenbar nicht in diese Kategorie.
Alexej stand schweigend auf und ging zum Herd, wo er ein Streichholz anzündete.
Das Gas flammte blau auf, und in diesem Augenblick begriff er, dass dieser Besuch heute nicht mit einem einfachen Teetrinken enden würde.
Die Luft in der Küche war zu sehr aufgeladen, und die Kränkung der Mutter, die sich über Wochen aufgestaut hatte, suchte einen Ausweg.
Und sie würde ihn finden.
Ganz bestimmt würde sie ihn finden.
Der Wasserkessel auf dem Herd pfiff schon seit einer Minute, schrill und fordernd, aber Galina Petrowna beeilte sich nicht, ihn herunterzunehmen.
Es schien, als genieße sie dieses Geräusch, das Alexej auf die Nerven ging und ihn das Gesicht verziehen ließ.
Schließlich erhob sie sich schwerfällig, drehte das Gas ab und goss das kochende Wasser in die Teekanne mit einem Gesichtsausdruck, als vollziehe sie ein Opfer.
Auf dem Tisch lag verloren der gekaufte Kirschkuchen in einer Plastikverpackung, den die Mutter sich nicht einmal die Mühe gemacht hatte, auf einen Teller zu legen.
— Nur Chemie, — murmelte sie, als sie den Kuchen direkt in der Plastikverpackung mit dem Messer schnitt und auf dem Boden Kratzer hinterließ.
— Der Teig ist wie Gummi.
Na ja, woher soll denn deine Königin wissen, wie man einen Teig ansetzt.
Sie hat doch Maniküre.
Bestimmt lange Krallen, die auf der Tastatur klackern?
Alexej nahm schweigend ein Stück.