— Was soll das überhaupt für eine Arbeit sein, wenn deine Frau den ganzen Tag nur am Computer sitzt?

Sie begann aggressiv, die Lebensmittel auszupacken.

Die Milchpackung platschte neben den Fisch.

Ein Laib Brot flog in den Brotkasten.

Galina Petrowna bewegte sich scharf und ruckartig, und jede ihrer Bewegungen strahlte tief verwurzelte Gereiztheit aus.

Es war ihr unangenehm, diese Gaben anzunehmen, weil sie mit Geld gekauft worden waren, dessen Natur sie nicht verstehen wollte.

— Schau dich doch mal an, — fuhr sie fort, ohne den Sohn anzusehen, traf dabei aber zielsicher die wunden Punkte.

— Blass, Augenringe unter den Augen.

Das Hemd ist nicht einmal richtig gebügelt.

Man sieht sofort — ein verwahrloster Kerl bei lebender Ehefrau.

Eine normale Frau macht ihren Mann für die Arbeit fertig, stellt ihm ein heißes Frühstück hin, stärkt seine Hemden.

Und deine?

Die schläft bestimmt bis mittags, während du in der Fabrik buckelst?

— Ich arbeite nicht in der Fabrik, Mama, ich bin Ingenieur im Büro, — korrigierte Alexej und bemühte sich, ruhig zu bleiben, obwohl in ihm bereits dunkle Wut zu kochen begann.

— Und Ira steht um sieben Uhr morgens auf, zusammen mit mir.

Sie macht Frühstück, kocht Kaffee.

Meine Hemden bügle ich selbst, mir fallen davon nicht die Hände ab.

Wir sind Partner und nicht Herr und Dienerin.

— Partner! — äffte Galina Petrowna nach und verzog die Lippen zu einem verächtlichen Grinsen.

— Was für Wörter ihr euch da aufgeschnappt habt.

In einer Familie, Lescha, muss es eine Ordnung geben.

Der Mann ist der Ernährer, die Frau die Hausfrau.

Und bei euch herrscht Chaos.

Du beschaffst, und sie konsumiert.

Sie sitzt da und klappert auf den Tasten herum.

Soll das Müdigkeit sein?

Was soll daran müde machen?

Als ich in ihrem Alter war, hatte ich zwei Jobs, danach stand ich noch für Wurst an und dann wusch ich mit der Hand in der Badewanne.

Das war ein Leben, das war Härte.

Und deine hat vom Leben nichts gerochen.

Ein Treibhauspflänzchen.

Alexej sah seine Mutter an und sah vor sich eine Wand.

Eine Betonwand, eine undurchdringliche Wand aus Überzeugungen, aufgebaut in Jahrzehnten eines schweren Alltags.

Galina Petrowna glaubte aufrichtig, dass Leiden ein unverzichtbarer Bestandteil eines würdigen Lebens sei.

Wenn du nicht leidest, nicht vor Müdigkeit umfällst, dir nicht die Hände wund scheuerst — dann lebst du falsch, zu leicht, unverdient leicht.

Und gerade diese Leichtigkeit im Leben der Schwiegertochter war für sie eine persönliche Beleidigung.

— Mama, heute ist eine andere Zeit.

Man muss sich nicht mehr kaputtmachen, um würdig zu leben, — versuchte er es von einer anderen Seite.

— Technologie, Internet… das sind Möglichkeiten.

Ira ist eine gute Fachkraft, man schätzt sie.

— Man schätzt sie… — zog Galina Petrowna in die Länge, nahm eine Packung teuren Tee aus der Tüte und betrachtete das Etikett mit Ekel.

— Wer schätzt sie denn?

Unsichtbare Menschen?