— Was soll das überhaupt für eine Arbeit sein, wenn deine Frau den ganzen Tag nur am Computer sitzt?

Dass man alle mit Dreck bewerfen muss?

Nein.

Mein Kind wird das nicht sehen.

— Ich brauche euren Missgeburt gar nicht… — versuchte sie zurückzuzischen, aber ihre Stimme zitterte verräterisch.

— Merk dir, Mama, — Alexej ging zur Tür in den Flur.

— Dieses Kind wirst du nie sehen.

Weder wenn es geboren wird noch wenn es in die Schule geht.

Nie.

Für dieses Kind existierst du nicht.

Du bist heute für uns gestorben, direkt hier in dieser Küche, zwischen schmutzigen Worten über meine Frau und deinen Flüchen.

Er ging in den Flur hinaus, zog rasch die Schuhe an, ohne auch nur die Schnürsenkel zu binden.

Galina Petrowna lief ihm hinterher und hielt sich am Türrahmen fest.

Plötzlich bekam sie unerträgliche Angst davor, allein in dieser Wohnung zu bleiben, mit diesen neuen Fenstern, die sie nun an ihre Dummheit erinnerten.

— Leschka! — rief sie, und in ihrer Stimme mischten sich Drohung und Flehen.

— Das wirst du nicht wagen!

Du wirst noch angekrochen kommen!

Wenn sie dich verlässt, wenn sie dich ohne Hose dastehen lässt, wirst du zu mir gekrochen kommen!

Ich werde dir die Tür nicht öffnen!

Alexej nahm seine Jacke in die Hand, öffnete die Haustür und drehte sich um.

Sein Gesicht war vollkommen ruhig, als sähe er eine fremde, unangenehme Frau in einer Warteschlange an.

— Ich werde nicht angekrochen kommen, — sagte er.

— Ich habe eine Familie.

Und du hast deinen Stolz und deinen Wischmopp.

Lebe mit ihnen.

Er trat auf den Treppenabsatz hinaus.

Galina Petrowna erwartete, dass er die Tür zuschlagen, dass es einen Skandal und Geschrei durchs ganze Haus geben würde, damit die Nachbarn hörten, wie unglücklich sie war.

Aber Alexej schloss die Tür sorgfältig, sanft, bis nur ein kaum hörbares Klicken des Schlosses zu vernehmen war.

Dieses leise Klicken klang lauter als jeder Schuss.

Galina Petrowna blieb im Halbdunkel des Flurs stehen.

Die Stille fiel augenblicklich über sie her, dicht und drückend.

Langsam schlurfte sie zurück in die Küche.

Auf dem Tisch lag der unberührte rote Fisch — „chemisch“, teuer, verhasst.

Daneben standen die Packung mit gutem Tee und Obst.

All das wirkte jetzt nicht mehr wie Trophäen, sondern wie Beweisstücke ihrer Niederlage.

Sie setzte sich auf den Hocker, auf dem eben noch ihr Sohn gesessen hatte.

In der Wohnung war es still.

Vollkommen still.

Die neuen Fenster hielten den Straßenlärm zuverlässig ab.

Niemand rief an, niemand klapperte mit Schlüsseln.

Sie war die absolute Herrin ihrer Welt — sauber, richtig, arbeitsam und völlig tot.

— Na und, — flüsterte sie in die Leere, doch die Worte blieben ihr im Hals stecken.

— Ich werde schon überleben.

Ich bin stark.

Ich mache alles selbst.

Sie griff nach dem Stück Kuchen, das ihr Sohn nicht gegessen hatte, biss hinein und spuckte es sofort wieder aus.

Er war bitter.

Bitter wie ihr ganzes Leben, in dem sie gerade den schlimmsten Sieg errungen hatte — sie war vollkommen im Recht geblieben und vollkommen allein.

 

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