Mit Rollen.
Einer groß, einer kleiner.
„Zhanna zieht ein“, verkündete er.
„Die Sache ist entschieden.“
Zhanna stand hinter ihm.
In einem anderen Rock, aber auf denselben Absätzen.
Klack-klack über die Fliesen.
Ich erkannte dieses Geräusch schon.
Ich kam aus dem Arbeitszimmer.
In den Händen – der Ordner.
Der gleiche.
Mit gelbem Marker auf jeder Seite.
„Zhanna“, sagte ich.
„Könnten Sie kurz mit mir sprechen?“
Artur zuckte.
„Nelli, wag es nicht!“
„Ich rede nicht mit dir.
Zhanna, wissen Sie, wie viel Artur verdient?“
Zhanna sah ihn an.
Dann mich.
Strich sich die Haare zurück.
„Na ja, er ist Geschäftsmann.
Er hat eine Autowaschanlage.“
„Eine Autowaschanlage mit Reifenservice.
Ein Standort.
Reingewinn im letzten Jahr – neunhundertzwölftausend Rubel.
Durch zwölf – sechsundsiebzigtausend im Monat.
Minus Steuern.“
Ich hielt ihr das Blatt hin.
Sie nahm es nicht, aber ihre Augen liefen über die Zahlen.
Ich sah – sie liest.
„Nelli!“ Artur machte einen Schritt auf mich zu.
„Bleib stehen“, ich drehte mich nicht um.
„Zhanna, von diesen sechsundsiebzigtausend hat er achtzig für Sie ausgegeben.
Jeden Monat.
Drei Jahre lang.
Mehr, als er verdient hat.
Wissen Sie, woher die Differenz kommt?“
Zhanna schwieg.
Ihre Finger wurden weiß am Griff des Koffers.
„Aus dem Familienbudget.
Aus Geld für Lebensmittel, Nebenkosten, meine Medikamente.
Ich war drei Jahre nicht beim Zahnarzt.
Mein Zahn tat weh – ich nahm Tabletten.
Ich lief vier Winter lang in denselben Stiefeln.
Die Sohle war durch – meine Füße froren von November bis März.
Weil ‚kein Geld da ist‘.
Das Geld war da.
Bei Ihnen.“
„Das ist nicht wahr!“ Artur lief rot an.
„Ich verdiene mehr!“
„Hier ist die Steuererklärung.
Hier das Kassenbuch.
Hier der Kontoauszug.
Vierzehn Jahre Buchhaltung.
Ohne Gehalt.
Jeder Rubel – hier.“
Zhanna sah auf die Papiere.
Auf Artur.
Auf seine Kette.
Ich sah, wie in ihrem Kopf ein Taschenrechner klickte.
„Artur, du hast gesagt, du hast drei Standorte in der Stadt“, sagte Zhanna.
Ihre Stimme war trocken geworden.
„Sie lügt!
Gefälscht!“
„Ich habe die Steuererklärung gefälscht?“ fragte ich.
„Artur, ich bin Buchhalterin.
Ich muss nichts fälschen.
Ich kenne jede Zahl auswendig.
Vierzehn Jahre lang.“
Zhanna ließ den kleinen Koffer los.
Zog den großen zur Tür.
„Ich muss nachdenken“, sagte sie leise.
Die Absätze – klack-klack.
Leiser als beim ersten Mal.
Artur stand im Flur.
Der rosa Koffer blieb an der Wand stehen.
Wie ein Denkmal eines gescheiterten Einzugs.
„Zufrieden?“ zischte er.
„Ich bin noch nicht fertig.“
„Was noch?!“
„Morgen früh bin ich im Büro.
Als Geschäftsführerin und Mehrheitsgesellschafterin – einundfünfzig Prozent – werde ich eine außerordentliche Gesellschafterversammlung durchführen.
Tagesordnung: Wechsel der Finanzverwaltung.
Du wirst von den Finanzen ausgeschlossen.
Unterschriftsrecht – nur ich.
Zugang zur Kasse – nur ich.“
„Du hast kein Recht dazu!“
„Doch.
Satzung.
Kapitel vier, Absatz sechs.
Du hast sie in vierzehn Jahren kein einziges Mal geöffnet.
Ich bin Mehrheitsgesellschafterin und Geschäftsführerin.
Du bist Minderheitsgesellschafter.
Neunundvierzig Prozent.
Ohne Unterschriftsrecht.
Ohne Zugriff auf das Konto.“
Artur öffnete den Mund.
Schloss ihn wieder.
„Und gib das Auto bis morgen zurück.
Die Schlüssel auf die Kommode.
Das Auto gehört mir – Fahrzeugschein, Versicherung, Vertrag.
Wenn du es nicht zurückgibst – Anzeige.“
Er knallte die Tür so zu, dass Putz von der Wand rieselte.
Ich hob den rosa Koffer auf.
Schwer.
Trug ihn vor die Tür, stellte ihn auf die Matte.
Ich ging zurück in die Küche.
Stille.