Das Schaben von Metall auf Metall im leeren Treppenhaus klang wie ein scharfer Knall.
Sinaida Pawlowna, eine schwere Frau in einem abgetragenen Mantel, rückte ihr verrutschtes Kopftuch zurecht und drückte stärker auf das Brecheisen.

Ihre Hände zitterten, aber nicht vor Aufregung, sondern vor starker Anspannung.
— Mama, vielleicht lieber nicht?
Die Nachbarn könnten doch… — Margarita, die ältere Tochter, biss sich nervös auf die Lippen.
Im Kinderwagen saß der dreijährige Nikita.
— Still! — zischte die Mutter und wischte sich den Schweiß von der Stirn.
— Den Nachbarn sagen wir, wir hätten die Schlüssel verloren.
Darja wird noch ein ganzes Jahr in ihrem Jamal festhängen und sich für den großen Rubel kaputtarbeiten.
Und wozu soll die Wohnung einfach leer stehen?
Ist es dir mit dem Kleinen in unserer Chruschtschowka in einem Zimmer denn nicht eng?
Na also.
Du ziehst ein, wischst den Staub weg.
Die Rechnungen hole ich selbst aus dem Briefkasten, und niemand wird auch nur einen Mucks machen.
Die Tür gab schließlich mit einem gequälten Knarren nach.
In die Nase schlug ein trockener Geruch nach neuer Renovierung, frischer Farbe und Stille.
Sinaida Pawlowna richtete sich mit stolzer Miene auf und trat als Erste in das Halbdunkel des Flurs.
— Schau einer an, was sie sich für Gemächer eingerichtet hat… — murmelte sie, während sie nach dem Lichtschalter tastete.
— Was für ein Laminat, und überall Spiegel.
Und die Mutter hat im alten Bad seit vierzig Jahren keine Fliesen gewechselt.
Da zerriss plötzlich ein schriller, gellender Ton die Stille.
Die Sirene heulte so unerwartet und so laut auf, dass Sinaida Pawlowna aufstöhnte und das Brecheisen direkt auf den hellen Boden fallen ließ.
Der Ton hämmerte gegen die Ohren, von ihm bebte alles im Inneren.
Im nächsten Augenblick war auf der Treppe das schwere Stampfen von Stiefeln mit dicken Sohlen zu hören.
— Stehen bleiben!
Hände aus den Taschen! — donnerte eine Stimme aus dem Korridor.
Sinaida Pawlowna erstarrte, starrte auf die roten Blitze der Alarmanlage und spürte, dass ihr ganz elend wurde und ihre Beine ihr nicht mehr gehorchten.
Darja erinnerte sich seit dem Kindergarten an den Geschmack der Kränkung.
Es war der Geschmack von kalt gewordenem Grießbrei und kaltem Wasser aus dem Hahn.
Während Margarita Spitzenkleider und Schuhe mit glänzenden Spitzen bekam, trug Darja alles nach, was von ihr übrig blieb: von ausgeleierten alten Sachen bis zu schweren, ständig löchrigen Stiefeln.
— Mama, bei mir löst sich die Sohle, — sagte die zehnjährige Darja leise und zeigte auf das Loch an der Spitze ihres Stiefels.
Sinaida Pawlowna wandte den Blick nicht einmal vom Fernseher ab.
— Das kleben wir fest.
Margarita braucht eine Jacke, sie ist erwachsen, ihr ist es vor den Jungen peinlich.
Und du gehst nur zur Schule und zurück, nichts Schlimmes.
Der Vater verließ die Familie, als Darja sechs war.
Seitdem gab es im Haus nur hartes Brot und Liebe nur für Margarita.
Sie wusste genau, wann sie die Mutter umarmen, ihre mittelmäßigen Frikadellen loben oder scheinheilig losheulen musste.
Darja konnte das nicht.
Sie wuchs düster, stachelig und sehr zielstrebig auf.
Als Margarita mit achtzehn schnell heiratete, atmete Darja auf.
Doch zwei Jahre später kam die Schwester zurück — mit einem Koffer, zerbrochenen Plänen und einem Kind unter dem Herzen.
Der Mann erwies sich als Liebhaber starker Getränke und liebte es, nebenbei Affären anzufangen.
— Wohin soll ich sie denn hinauswerfen? — jammerte Sinaida Pawlowna, während sie Margarita auf das einzige Bett im Schlafzimmer legte.
— Sie wird doch jetzt Mutter.
Und du, Darja, schläfst auf dem Klappbett im Wohnzimmer.
Was, hast du etwa zu wenig Platz?
Darja schlief auf dem Klappbett, das bei jeder Bewegung quietschte, und paukte ihre Lehrbücher.
Sie kam ganz allein an die Universität, auf einen staatlich finanzierten Studienplatz.
— Lass das doch bleiben, — brummte die Mutter, als Darja nachts als Verpackerin in einem 24-Stunden-Laden arbeitete, um sich wenigstens normale Jeans kaufen zu können.
— Geh lieber in den Kindergarten als Helferin.
Da wäre auch Nikitka unter Aufsicht, und du würdest wenigstens ein paar Kopeken ins Haus bringen.
Margarita muss jetzt ihre Kräfte wiederherstellen, sie ist nach der Geburt noch so schwach.
— Ich werde keine Kindergärtnerinnenhilfe, Mama, — antwortete Darja damals, während sie ihre Tasche packte.
— Ich ziehe ins Wohnheim.
— Schau an, wie wichtig sie sich macht! — schrie Sinaida Pawlowna ihr nach.
— Ohne Mutter wirst du zugrunde gehen!
Du kommst noch angekrochen, und dann wird es zu spät sein!
Darja kroch nicht zurück.
Sie beendete die Universität mit Auszeichnung, während Margarita ihre Liebhaber wechselte und Nikita bei der Großmutter ließ.
Und dann unterschrieb Darja einen Vertrag und fuhr in den Norden.
Drei Jahre lebte sie in einem Container, sah die Sonne nur an Feiertagen und arbeitete zwölf Stunden ohne freie Tage.
Sie wusste, wofür sie das tat.
Als sie zurückkam und eine Wohnung kaufte, erfuhr die Mutter davon nicht von ihr — Bekannte erzählten es.
Das Gespräch fand in der Küche der Cousine Olga statt, bei der Darja für ein paar Tage untergekommen war.
Sinaida Pawlowna stürmte wütend in die Wohnung.
— Hältst du deine Mutter nicht für einen Menschen?! — schrie sie und schlug mit der Handfläche auf den Tisch.
— Du kaufst eine Wohnung und sagst kein Wort?