Ich hatte das Strandhaus mit dem Erbe meines Mannes gekauft, in der Hoffnung, endlich Ruhe zu finden. Dann klingelte das Telefon. „Mama, wir fahren alle diesen Sommer weg … aber du kannst im hinteren Zimmer bleiben“, sagte mein Sohn. Ich lächelte und antwortete: „Natürlich.“
Sie kamen alle gleichzeitig herein, die Kinder rannten den Flur entlang, und Laura blickte sich mit diesem stummen, prüfenden Blick um, der mir immer schon ein ungutes Gefühl gegeben hatte. Doch als sie nach links abbogen – wo früher das geräumige Wohnzimmer mit Meerblick gewesen war –, blieben sie wie angewurzelt stehen.
Die Wand, die einst das Wohnzimmer vom Schlafzimmer getrennt hatte, war verschwunden. Auch die Suite war weg. An ihrer Stelle befand sich nun ein offener Raum mit sechs perfekt aufgereihten Einzelbetten, identischen Nachttischen und an der Wand befestigten Leselampen. Alles war weiß, funktional, ohne jede Spur persönlicher Dekoration.
„Was ist das?“, fragte Laura stirnrunzelnd.
„Die Schlafzimmer“, antwortete ich ruhig. „Ich dachte, da so viele von euch kommen, wäre es am besten, den Raum praktisch einzurichten. So hat jeder ein Bett.“ Álvaro sah mich verwirrt an.
„Aber … was ist mit deinem Zimmer?“
Ich deutete zum Ende des Flurs.
„Dort. Das kleine.“
Dasselbe, das er mir telefonisch zugeteilt hatte.
Wir gingen hinüber. Dort stand ein einfaches Bett, eine alte Kommode und ein kleines Fenster zum Innenhof. Genau so, wie er es beschrieben hatte.
„Mama, das hättest du nicht tun müssen …“, begann er.
Ich unterbrach ihn sanft.
Ich hatte das Strandhaus mit dem Erbe meines Mannes gekauft, in der Hoffnung, endlich Ruhe zu finden