Der Duft von frischem Brot und eine schwere Entscheidung

Die folgenden Wochen waren unerbittlich hart. Meine Ersparnisse schwanden rapide, und die Absagen auf meine Bewerbungen häuften sich. Genau sechs Wochen nach meiner Entlassung, als ich verzweifelt in den Taschen meiner alten Bäckerschürze nach Kleingeld suchte, spürte ich ein Rascheln in meiner Hand.

Es war ein kleines, gefaltetes Stück Papier. Ich faltete es auseinander, und mir stockte für einen Moment das Blut in den Adern. Es war eine Nachricht der Schwangeren, die sie mir offenbar an diesem Morgen heimlich in die Tasche meiner Schürze gesteckt hatte, als sie sich bedankte.

Es gab nur einen Satz in hastig geschriebener Handschrift: „Güte erfordert manchmal ein Opfer, aber sie bleibt niemals, absolut niemals, unbeantwortet.“

An diesem dunklen Abend, nach einem weiteren erfolglosen Tag voller Vorstellungsgespräche, ging ich niedergeschlagen an einer gemütlichen, gut besuchten Kantine vorbei. Ein einfaches, handgeschriebenes Pappschild hing im Fenster: Mitarbeiter gesucht. Da ich wirklich nichts mehr zu verlieren hatte, stieß ich die schwere Holztür auf und trat ein.

Ich wurde von Elias, dem älteren, freundlichen Besitzer des Cafés, begrüßt. Während des spontanen Vorstellungsgesprächs warf er kaum einen Blick auf meinen Lebenslauf. Er fragte mich nach meiner Geschichte. Als ich ihm zögernd und mit Kloß im Hals von der Bäckerei, dem Brot und meiner Kündigung erzählte, sah ich, wie sich sein Gesichtsausdruck sofort erweichte. Ein Ausdruck tiefen Verständnisses und Schmerzes erschien in seinen Augen, als ob er dieses Gefühl nur allzu gut kannte…

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