Sie sollte lieber in einen Laden gehen und etwas verkaufen oder wenigstens Böden wischen — das wäre wenigstens irgendeine Arbeit!
Und sie sitzt nur den ganzen Tag am Computer!

Lass dich von ihr scheiden, mein Sohn!
Du wirst kein Glück haben mit einer Frau, die nicht weiß, was echte Arbeit ist! — erklärte Galina Petrowna, ohne auch nur den Kopf vom Küchentisch zu drehen, an dem sie mit Verbissenheit das ohnehin schon saubere Wachstuch abwischte.
Alexej erstarrte im Türrahmen mit zwei schweren Einkaufstüten aus dem Supermarkt, deren Griffe schmerzhaft in seine Handflächen schnitten.
Er hatte gerade erst die Schwelle überschritten und nicht einmal Zeit gehabt, die Schuhe auszuziehen, da hatte die Vorlesung schon begonnen.
Es war ein Ritual.
Jeden Samstag kam er quer durch die ganze Stadt gefahren, stand im Stau, schleppte Lebensmittel heran, nur um immer dieselbe Platte zu hören.
In der Wohnung roch es nach altem Staub, gebratenen Zwiebeln und Walokordin — ein Geruch, der sich, wie es schien, schon in den Achtzigern in die Tapeten gefressen hatte und sich trotz offener Fenster nicht verflüchtigen wollte.
— Hallo, Mama, — Alexej ignorierte den Angriff, ging in die Küche und stellte die Tüten mit dumpfem Geräusch auf den Boden.
— Ich habe dir Lebensmittel mitgebracht.
Ich habe roten Fisch genommen, so wie du ihn magst, Quark und Obst.
Galina Petrowna, eine kräftige Frau mit schwerem, erdfarbenem Gesicht und Händen, die von hervorgetretenen Adern durchzogen waren, geruhte endlich, ihren Sohn anzusehen.
In ihrem Blick lag keine Freude über das Wiedersehen, nur ein prüfender, abtastender Blick, der nach Fehlern suchte.
Sie wischte sich die Hände an der Schürze ab und trat zu den Tüten, wobei sie mit einem Gesichtsausdruck hineinsah, als erwarte sie, dort eine tote Ratte zu finden.
— Fisch hat er gebracht, — brummte sie, zog eine vakuumverpackte Forelle heraus und drehte sie vor den Augen hin und her, während sie sich auf den Preis konzentrierte, den Alexej vergessen hatte abzulösen.
— Weißt du nicht, wohin mit dem Geld?
Natürlich, wenn die Frau zu Hause sitzt und an die Decke spuckt, kann man auch Fisch kaufen.
Und die Mutter auf Rente zählt jeden Kopeken.
— Mama, das haben wir schon besprochen, — Alexej ließ sich müde auf den Hocker sinken und spürte, wie nach der Arbeitswoche sein Rücken zu schmerzen begann.
— Ira spuckt nicht an die Decke.
Sie arbeitet.
Sie hat Projekte, Deadlines, Auftraggeber.
Sie verdient Geld.
— Geld! — schnaubte Galina Petrowna und warf den Fisch mit solcher Kraft auf den Tisch, als wäre es ein Ziegelstein.
— Das ist kein Geld, Lescha.
Das sind Bonbonpapierchen.
Luft.
Wie sie gekommen sind, so verschwinden sie auch wieder.
Ein Mensch muss mit den Händen arbeiten, Nutzen bringen.
Und was produziert sie?
Bilder im Internet?
Pfui.