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Die Beerdigung und das unerwartete Wiedersehen
Vier Tage später habe ich ihn begraben. Ich habe alles selbst erledigt, weil es sonst niemanden gab, der es tun konnte. Der einzige Familienkontakt, den ich in seinem Telefonbuch fand, war ein Cousin namens Daniel. Er kam zur Beerdigung, aber sonst niemand aus Karls Familie erschien. Nach dem Gottesdienst stand er abseits, die Hände in den Manteltaschen, und sah aus wie jemand, der gehen wollte, aber wusste, dass es falsch aussehen würde.
Ich ging auf ihn zu, die Trauer hatte jede Sanftmut in mir ausgelöscht. „Du bist Karls Cousin, richtig?“ Er nickte. „Daniel.“ „Ich dachte, seine Eltern würden kommen.“ „Ja…“ Er rieb sich den Nacken. „Das sind komplizierte Leute.“ Diese Worte brachten meine Wut zum Kochen. „Was soll das überhaupt heißen? Ihr Sohn ist tot.“
Er sah mich an, dann weg. „Das sind reiche Leute. Die verzeihen keine Fehler wie den, den Karl gemacht hat.“ „Welcher Fehler?“ Daniels Handy vibrierte. Er warf einen Blick darauf, als hätte es ihn gerettet. „Tut mir leid“, sagte er schnell. „Ich muss gehen.“ „Daniel.“ Aber er war schon auf dem Weg – schnell genug, um panisch auszusehen.
Das war der erste Riss. Eine Woche später setzte sich der Mann, den ich begraben hatte, im Bus neben mich und flüsterte: „Schrei nicht. Du musst die ganze Wahrheit wissen.“