Ich war 55 Jahre alt, seit Kurzem verwitwet nach 36 Jahren Ehe, als etwas, das ich auf der Beerdigung meines Mannes fand, mich daran zweifeln ließ, ob ich den Mann, den ich liebte, jemals wirklich gekannt hatte.
Sein Name war Greg – auf den Papieren Raymond Gregory, für mich jedoch einfach nur Greg.
Wir waren 36 Jahre lang verheiratet. Kein Drama. Kein Märchen. Nur ein ruhiges Leben, aufgebaut aus Einkaufslisten, Autowartungen und seiner Angewohnheit, im Restaurant immer den äußeren Sitzplatz zu wählen „für den Fall, dass irgendein Idiot durch das Fenster fährt“.
Dann, an einem regnerischen Dienstag, hielt ein Lastwagen nicht rechtzeitig an.
Ein Anruf. Ein Krankenhausbesuch. Ein Arzt, der sagte: „Es tut mir so leid.“
Mein Leben zerbrach klar und endgültig in ein Davor und ein Danach.
Bei der Aufbahrung fühlte ich mich hohl. Ich hatte so viel geweint, dass mir die Haut schmerzte. Meine Schwester musste mir das Kleid schließen, weil meine Hände nicht aufhörten zu zittern.
Greg sah friedlich aus, gekleidet in den marineblauen Anzug, den ich ihm zu unserem letzten Hochzeitstag gekauft hatte. Sein Haar war ordentlich gekämmt. Seine Hände lagen gefaltet, als würde er ruhen.
Ich brachte eine einzelne rote Rose mit. Als ich mich vorbeugte, um sie zwischen seine Hände zu legen, bemerkte ich etwas anderes – einen kleinen weißen Zettel, der unter seinen Fingern steckte.
Jemand hatte ihn dort platziert, ohne mir etwas zu sagen.
Ich steckte den Zettel in meine Handtasche und ging auf die Toilette. Als ich ihn las, stockte mir der Atem.
„Auch wenn wir niemals so zusammen sein konnten, wie wir es verdient hätten, werden meine Kinder und ich dich für immer lieben.“
Greg und ich hatten keine Kinder.